Brigitte Hackl Namen einfach merken

Neulich sitze ich abends mit Freunden zusammen, wir lachen viel und tauschen uns über den bunten Alltag aus. Mir fällt eine lustige Geschichte ein, die ich mit einem gemeinsamen Bekannten erlebt habe. Ich beginne kirchernd zu erzählen und als ich an die Stelle komme, wo mein Bekannter ins Spiel kommt, sage ich: „Ähm… der Dings, … ihr wisst schon… der Dings, Mann, wie heißt der noch??? Der, der letztes Jahr im Sommer auch dabei war… na, der mit den dunklen Haaren, so‘n etwas Größerer (ok ok, das ist jetzt bei mir seeehr subjektiv!!), den haben wir doch auf dem Seminar kennengelernt… Mööönsch, wie war nochmal sein Name??!“

Stirnrunzelnd sitze ich da und überlege. Es will mir aber partout nicht einfallen.

Später reden wir noch über Filme und auch meine Freunde haben das ein oder andere Mal Probleme, auf den Namen der Schauspieler zu kommen. Auch bei dem neuen Song von „XY“ geht’s uns ähnlich (äh, wie heißt der Song auch noch gleich??).

Da fällt mir mein ehemaliger Tanzlehrer ein. In der allerersten Tanzstunde hat sich jeder  der Teilnehmer (es waren über 10 Paare!) EINMAL mit dem Vornamen vorgestellt. Ab diesem Zeitpunkt wusste der Tanzlehrer den Namen eines jeden und sprach die Leute in der Unterrichtsstunde völlig sicher mit ihrem Vornamen an. Damit nicht genug: Eine Woche später zur nächsten Stunde wusste er die Vornamen von allen Teilnehmern IMMER NOCH, ohne Ausnahme.

Verblüffend! Wer möchte das nicht können? Deswegen habe ich hier ein paar Tipps gesammelt, wie man sich Namen einfach besser merken kann. Davor möchte ich aber noch kurz die Frage klären:

 

Warum kann man sich Namen überhaupt so schlecht merken?

Namen sind abstrakt. Sie sind eine Erfindung der Zivilisation. Sich zu grüßen war in Zeiten des Säbelzahntigers nicht so wichtig, wie einfach grob Freund von Feind unterscheiden zu können (und sich dann ggf. möglichst schnell zu verziehen).

Besser geht es mit dem Merken dann, wenn das Gehirn einen Sinn aus einem Namen ziehen kann, so wie z.B. bei Schneider oder Bäcker, da gibt es eine Verbindung zu Berufen. Oft gibt es aber leider null Assoziation.

Wenn sich uns jemand neu vorstellt oder uns vorgestellt wird, hören wir zwar zu, aber oft nicht aufmerksam und bewusst. Das kennt fast jeder aus Vorstellungsrunden in Unternehmen: Der neue Mitarbeiter wird durch die Abteilungen geschleift, pardon, geführt und stellt sich vor – und die anderen sich ihm auch.

Häufig versteht man den Namen nicht ganz deutlich und dann möchten wir auch nicht nachfragen. Nachfragen wäre aber der erste richtige Schritt, um den Namen bewusst wahrzunehmen.

 

Ideal: Nachfragen und Namen im Anschluss selbst aussprechen. Damit kannst Du ihn Dir besser merken und – kleiner Nebeneffekt – Dein Gegenüber fühlt sich gleich auch mehr geschätzt.

 

Das kannst Du immer wieder üben.

Hier die besten Tipps, um sich Namen zu merken:

 

Tipp 1:
Sich den Namen immer wieder laut vorsagen.
„Schön, Dich kennenzulernen, XY!“ und dann ein paarmal leise im Kopf wiederholen.

 

Tipp 2:
Stell Dir gedanklich vor, wie Du den Namen auf ein Blatt Papier schreibst. Du kannst Dein Gegenüber auch nach der richtigen Schreibweise fragen und Dir dann den Namen gedanklich notieren.

 

Tipp 3:
Mach ein Bild draus! Merke dir, welche besonderen äußeren Merkmale Dein Gegenüber hat: Tolle grüne Augen, schöne blonde Locken, eine große Nase oder Sommersprossen im Gesicht.

Oder Du überlegst Dir ein eigenes Bild passend zum Namen: Bin gespannt, was Du Dir zum Beispiel bei „Hackl“ überlegst 😉

 

Tipp 4:
Schau mir in die Augen, Kleines!
Nein, nicht den Anderen niederstarren. Ein kurzer Blick genügt. Die Region um die Augen ist entscheidend, wenn es darum geht, sich Namen zu merken (sagen die Wissenschaftler).

 

Tipp 5:
Eselsbrücken nutzen.
Bau Dir eine Eselsbrücke zu einem abstrakten Namen. Beispiel: Kevin Krüger. Bei Kevin denkst Du vielleicht an den kleinen blonden Jungen aus „Kevin allein zuhaus“ (Film) oder Du bist Kevin Costner Fan… und der Kevin hat einen Krug in der Hand mit dem er Dir zuprostet. Eine nette kleine Story, die sich Dein Gehirn gut merken kann.

 

Tipp 6:
Benutze den Namen!
Wende den Namen so oft wie möglich und passend im Gespräch mit Deinem Gegenüber an! Experten sagen, mindestens 3 Mal sollte man das machen, damit man den Namen lernt.

 

Tipp 7:
Ein Segen auf die Technik!
Notiere den Namen im Handy, das Tippen hilft, ihn sich besser einzuprägen.

Falls Dein Gegenüber zustimmt, mach gleich ein Foto und speichere es mit dazu. So kannst Du jederzeit auch im Nachhinein in Ruhe den Namen lernen und einprägen. Sehr hilfreich, wenn man gleich mehrere Personen auf einmal kennenlernt.

 

Mein Lieblingstipp:

Ich stelle mir die „neue Person“ imaginär stehend neben einer Person vor, die ich bereits kenne. Heißt meine neue Bekanntschaft Jan, stelle ich ihn mir neben meinem Kumpel Jan vor und stelle beide vor meinem geistigen Auge nebeneinander. Lustiges Bild, Jan Nr. 1 ist zwei Meter groß.

 

Die Fähigkeit, Dir Namen zu merken, kannst Du bewusst trainieren!
Dein Gegenüber wird sich über diese Wertschätzung freuen.

Ich wünsche Dir viel Spaß dabei! Probier’s gleich aus, auf der nächsten Party oder im nächsten Kundenmeeting.

Einfach mal machen! Könnte ja gut werden.

 

Ich freue mich, wenn Du mir hier einen Kommentar hinterlässt, welche Vorgehensweise für Dich am besten funktioniert. Oder vielleicht hast Du ja auch noch einen weiteren genialen Tipp?

PS: Zum Thema „sich Dinge merken können“, liebe ich auch diesen Klassiker hier:

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